In seinem Werk setzt sich der kanadisch-schweizerische Künstler Frédéric Cordier (*1985) mit den tiefgreifenden Veränderungen von Landschaften durch menschliche Eingriffe auseinander. Seine als «zeitgenössische Capriccios» konzipierten Panoramen ersetzen romantische Ruinen durch Wolkenkratzer, Infrastrukturen und Industriearchitekturen. In ihrer Monumentalität und zeichnerischen Präzision spiegeln sie eine ebenso kritische wie faszinierte Auseinandersetzung mit dem Einfluss menschlicher Konstruktionen auf die Natur wider.
Cordiers grafisches Vokabular – geprägt von geometrischen Formen, regelmäßigen Rastern und binären Schwarz-Weiß-Kontrasten – verweist gleichermaßen auf die Welt der Informatik wie auf mechanische und architektonische Strukturen. Von der digitalen Zeichnung bis zum manuellen Linolschnitt reflektieren seine Arbeiten die fortschreitende Mechanisierung der Welt und stehen zugleich in der traditionsreichen Praxis des Hochdrucks.
Diese erste monografische Ausstellung des Künstlers in einer musealen Institution versammelt ein Dutzend großformatiger Drucke, die Landschaften von schwindelerregender Detailfülle entfalten.
Eine Ausstellung kuratiert von Margaux Honnegger, stellvertretende Konservatorin am Cabinet cantonal des estampes.



